Die Lagerverwaltung in bessa ermöglicht es Ihnen, Lagerbestände direkt mit Ihren Verkaufsartikeln zu verknüpfen. So werden Bestände automatisch bei jedem Verkauf aktualisiert und Sie behalten den Überblick über Ihren Warenbestand.
Diese Seite beschreibt die Lagerverwaltungs-Einstellungen auf Artikelebene. Für die allgemeine Lagerverwaltung und Bestandsführung siehe Lagerverwaltung.
Lagerverwaltung aktivieren
Die Lagerverwaltung wird im Tab Lagerverwaltung beim Anlegen oder Bearbeiten eines Artikels konfiguriert.
Lagerstandsverwaltung: Aktivieren Sie diese Checkbox, um die Bestandsführung für diesen Artikel zu aktivieren.
Sobald aktiviert, stehen Ihnen folgende Funktionen zur Verfügung:
-
Lagerbestände pro Lager einsehen
-
Bestände manuell anpassen (Zugang/Abgang)
-
Bestandshistorie nachverfolgen
-
Inventur durchführen
Einfache Lagerverwaltung
Für Artikel, die direkt als Ganzes verkauft werden, ist die Einrichtung einfach:
-
Artikel anlegen oder bearbeiten
-
Tab Lagerverwaltung öffnen
-
Lagerstandsverwaltung aktivieren
-
Artikel speichern
Der Lagerbestand wird dann automatisch bei jedem Verkauf um die gebuchte Menge reduziert.
Beispiel: Sie verkaufen Weinflaschen als Ganzes.
-
Artikel „Grüner Veltliner 0,75L" mit aktiviearter Lagerverwaltung
-
Bei jedem Verkauf wird 1 Flasche vom Bestand abgezogen
Hauptartikel und Rezepturen
Für komplexere Szenarien – z.B. wenn ein Produkt aus Teilen eines größeren Gebindes besteht – nutzen Sie die Hauptartikel-Verknüpfung.
Konzept
Die Hauptartikel-Verknüpfung ermöglicht es, den Lagerbestand eines „Hauptartikels" (z.B. eine Weinflasche oder Kaffeepackung) automatisch zu reduzieren, wenn Portionsartikel (z.B. 1/8 Wein oder Espresso) verkauft werden.
Wichtig:
-
Die Lagerverwaltung wird nur beim Hauptartikel aktiviert
-
Die Portionsartikel werden über Hauptartikel wählen und Mengeninhalt verknüpft
-
Beim Portionsartikel selbst sollte die Lagerverwaltung nicht aktiviert werden
Einrichtung Schritt für Schritt
Schritt 1: Hauptartikel anlegen
Legen Sie einen Artikel vom Typ Lager für das Grundprodukt an:
-
Neuen Artikel erstellen
-
Typ: Lager
-
Name: z.B. „Kaffee-Packung 1kg"
-
Tab Lagerverwaltung: Lagerstandsverwaltung aktivieren
-
Speichern
Schritt 2: Portionsartikel anlegen
Legen Sie den Verkaufsartikel an und verknüpfen Sie ihn:
-
Neuen Artikel erstellen
-
Typ: Artikel (Standard)
-
Name: z.B. „Espresso"
-
Tab Lagerverwaltung:
-
Lagerstandsverwaltung: nicht aktivieren
-
Hauptartikel wählen: Kaffee-Packung 1kg
-
Mengeninhalt: 0,008 (= 8 Gramm)
-
-
Speichern
Mengeninhalt berechnen
Der Mengeninhalt gibt an, welcher Anteil des Hauptartikels pro Verkauf abgezogen wird.
Formel: Portionsmenge = Mengeninhalt ÷ Einheit des Hauptartikels
|
Hauptartikel |
Portion |
Mengeninhalt |
Portionsmenge |
|---|---|---|---|
|
Weinflasche 0,75L |
1/8 Wein |
0,125 L |
0,167 |
|
Kaffee 1kg |
Espresso 8g |
0,008 kg |
0,008 |
|
10er Pack Brötchen |
1 Brötchen |
0,1 |
0,1 |
Tipp: Arbeiten Sie mit konsistenten Einheiten. Wenn der Hauptartikel in Kilogramm angegeben ist, geben Sie den Mengeninhalt ebenfalls in Kilogramm an (0,008 kg statt 8 g), damit das Verhältnis stimmt.
Praxisbeispiele
Beispiel 1: Wein nach Gläsern
Ziel: Eine Weinflasche wird glasweise verkauft, der Flaschenbestand soll automatisch aktualisiert werden.
Hauptartikel (Typ: Lager):
-
Name: Grüner Veltliner 0,75L
-
Lagerverwaltung: Aktiviert
-
Aktueller Bestand: 24 Flaschen
Portionsartikel (Typ: Artikel):
|
Artikel |
Hauptartikel |
Mengeninhalt |
|---|---|---|
|
1/8 Grüner Veltliner |
Grüner Veltliner 0,75L |
0,125 |
|
1/4 Grüner Veltliner |
Grüner Veltliner 0,75L |
0,25 |
|
Flasche Grüner Veltliner |
Grüner Veltliner 0,75L |
0,75 |
Ergebnis: Nach Verkauf von 6x 1/8 Wein wird genau 1 Flasche (6 × 0,125 = 0,75 L) vom Bestand abgezogen.
Beispiel 2: Kaffee-Rezeptur
Ziel: Den Kaffeebohnenverbrauch pro Tasse tracken.
Hauptartikel (Typ: Lager):
-
Name: Kaffee Arabica 1kg
-
Lagerverwaltung: Aktiviert
-
Aktueller Bestand: 5 Packungen
Portionsartikel (Typ: Artikel):
|
Artikel |
Hauptartikel |
Mengeninhalt |
Erklärung |
|---|---|---|---|
|
Espresso |
Kaffee Arabica 1kg |
0,008 |
8g pro Tasse |
|
Verlängerter |
Kaffee Arabica 1kg |
0,008 |
8g pro Tasse |
|
Doppelter Espresso |
Kaffee Arabica 1kg |
0,016 |
16g pro Tasse |
|
Cappuccino |
Kaffee Arabica 1kg |
0,008 |
8g pro Tasse |
Ergebnis: Bei Verkauf von 125 Espressos wird 1 kg Kaffee (125 × 8g = 1000g) vom Bestand abgezogen.
Beispiel 3: Cocktails (mehrere Zutaten)
Ziel: Bei Cocktails sollen alle Zutaten aus dem Lager abgezogen werden.
Hauptartikel (Typ: Lager):
|
Artikel |
Lagerverwaltung |
Einheit |
|---|---|---|
|
Bacardi Rum 0,7L |
Aktiviert |
Liter |
|
Cola 1L |
Aktiviert |
Liter |
|
Vodka 0,7L |
Aktiviert |
Liter |
|
Orangensaft 1L |
Aktiviert |
Liter |
|
Triple Sec 0,5L |
Aktiviert |
Liter |
Cocktail-Artikel: Der Cocktail „Bacardi Cola" wird als normaler Artikel angelegt. Die Zutatenverknüpfung erfolgt über Artikeloptionen vom Typ „Lager":
Für den Artikel „Bacardi Cola":
-
Artikeloption „Bacardi" mit Menge 0,04 L
-
Artikeloption „Cola" mit Menge 0,15 L
Komplexeres Beispiel – Cosmopolitan:
-
Vodka: 0,04 L
-
Triple Sec: 0,015 L
-
Limettensaft: 0,015 L
-
Cranberrysaft: 0,03 L
Beispiel 4: Burger mit Komponenten
Ziel: Bei jedem verkauften Burger sollen alle Zutaten vom Lager abgezogen werden.
Hauptartikel (Typ: Lager):
|
Artikel |
Gebindegröße |
Lagerverwaltung |
|---|---|---|
|
Burger-Buns |
10er Pack |
Aktiviert |
|
Beef Patties |
20er Pack |
Aktiviert |
|
Salat |
1 kg |
Aktiviert |
|
Cheddar Scheiben |
50er Pack |
Aktiviert |
|
Bacon Scheiben |
30er Pack |
Aktiviert |
Burger-Artikel mit Zutatenverknüpfung:
|
Burger |
Bun |
Patty |
Salat |
Käse |
Bacon |
|---|---|---|---|---|---|
|
Classic Burger |
0,1 (1 Stk) |
0,05 (1 Stk) |
0,03 kg |
– |
– |
|
Cheeseburger |
0,1 |
0,05 |
0,03 kg |
0,02 (1 Stk) |
– |
|
Double Cheese |
0,1 |
0,1 (2 Stk) |
0,03 kg |
0,04 (2 Stk) |
– |
|
Bacon Burger |
0,1 |
0,05 |
0,03 kg |
0,02 |
0,067 (2 Stk) |
Lagerbestände anzeigen und verwalten
Im Tab Lagerverwaltung eines Artikels finden Sie den Bereich Lagerbestände mit einer Tabelle, die den aktuellen Bestand pro Lager anzeigt.
Verfügbare Aktionen pro Lagerzeile:
|
Symbol |
Funktion |
Beschreibung |
|---|---|---|
|
ⓘ |
Info |
Zeigt Detailinformationen zum Lagerbestand |
|
☰ |
Liste |
Zeigt die Bestandshistorie (Ein-/Ausgänge) |
|
+ |
Zugang |
Erhöht den Bestand (z.B. bei Wareneingang) |
|
− |
Abgang |
Reduziert den Bestand (z.B. bei Schwund) |
|
↔ |
Inventur |
Korrigiert den Bestand auf einen neuen Wert |
Der Aktualisieren-Button (🔄) lädt die aktuellen Bestandsdaten neu.
Häufige Fehler vermeiden
Fehler 1: Lagerverwaltung bei Portionsartikeln aktiviert
Wenn Sie sowohl beim Hauptartikel als auch beim Portionsartikel die Lagerverwaltung aktivieren, wird der Bestand doppelt geführt. Aktivieren Sie die Lagerverwaltung nur beim Hauptartikel.
Fehler 2: Falscher Mengeninhalt
Ein falscher Mengeninhalt führt zu ungenauen Lagerbeständen. Prüfen Sie die Berechnung und testen Sie mit einem Testverkauf.
Tipp: Testverkauf durchführen
Nach Einrichtung der Lagerverwaltung empfehlen wir einen Testverkauf, um zu prüfen, ob die Bestände korrekt aktualisiert werden. Stornieren Sie den Testverkauf anschließend wieder.
Artikeltyp „Lager"
Für reine Lagerartikel, die nicht direkt verkauft werden, verwenden Sie den Artikeltyp Lager. Diese Artikel:
-
Erscheinen nicht auf der Bonieroberfläche
-
Werden nicht auf Bons oder Rechnungen gedruckt
-
Dienen ausschließlich der Bestandsführung
Weitere Details zu allen Artikeltypen finden Sie unter Artikeltypen.
Verwandte Themen
FAQ
Kann ich den Lagerbestand auch manuell korrigieren? Ja, über die Inventur-Funktion (↔-Symbol) können Sie den Bestand auf einen neuen Wert setzen. Die Differenz wird als Inventurbuchung protokolliert.
Was passiert bei einer Stornierung? Bei Stornierung eines Verkaufs wird der Lagerbestand automatisch wieder erhöht.
Kann ein Artikel mehrere Hauptartikel haben? Nein, ein Artikel kann nur mit einem Hauptartikel verknüpft werden. Für komplexe Rezepturen mit mehreren Zutaten verwenden Sie Artikeloptionen vom Typ „Lager".
Werden negative Bestände verhindert? Ja, aber nur, wenn beim Lager die Option “Negativen Lagerstand zulassen” nicht aktiviert ist. bessa erlaubt sonst negative Bestände. Dies ermöglicht flexibles Arbeiten, auch wenn die Inventur noch nicht aktuell ist. Negative Bestände sollten aber regelmäßig überprüft und korrigiert werden.