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Artikeltypen

In bessa können Sie verschiedene Artikeltypen anlegen, die sich in Funktion und Verhalten unterscheiden. Der Artikeltyp wird beim Anlegen oder Bearbeiten eines Artikels im Tab „Basisdaten" über die Combobox „Typ" festgelegt.

Übersicht der Artikeltypen

Typ

Verwendung

Auf Rechnung

Artikeloptionen

Lagerverwaltung

Artikel

Standard-Verkaufsartikel

Option

Zusatzartikel/Modifikator

Pfand

Pfandartikel

Info

Informationstext

Liefergebühr

Lieferkosten

bessa Karte

Guthabenkarten

Gutschein

Standard-Gutscheine

Lager

Rezeptur-/Bestandsartikel


Artikel (Standard)

Der Standard-Artikeltyp für alle regulären Verkaufsprodukte und Dienstleistungen.

Eigenschaften:

  • Erscheint auf Bons und Rechnungen

  • Kann Artikeloptionen haben (z.B. Beilagen, Extras)

  • Unterstützt Lagerverwaltung

  • Kann mit Preisebenen konfiguriert werden

  • Kann auf Bonieroberflächen platziert werden

Anwendungsbeispiele:

  • Speisen und Getränke in der Gastronomie

  • Produkte im Einzelhandel

  • Dienstleistungen (Friseur, Kosmetik)


Option

Optionsartikel werden als Zusatz zu anderen Artikeln gebucht und können in Artikeloptionen verwendet werden.

Eigenschaften:

  • Wird entweder direkt in einer Artikeloption verwendet

  • Oder als freie Option an den zuletzt gebuchten Artikel angehängt

  • Kann selbst keine Artikeloptionen haben

  • Erscheint auf Bons und Rechnungen

  • Unterstützt Lagerverwaltung

Verhalten bei freier Buchung: Wird ein Optionsartikel ohne vorherigen Hauptartikel gebucht, verhält er sich wie ein normaler Artikel.

Anwendungsbeispiele:

  • Beilagen (Pommes, Salat, Reis)

  • Extras (Extra Käse, Doppelt Fleisch)

  • Zubereitungshinweise mit Aufpreis (Scharf, Glutenfrei)

  • Zusatzleistungen (Express-Service, Geschenkverpackung)


Pfand

Spezieller Artikeltyp zur steuerlichen Unterscheidung und separaten Auswertung von Pfandartikeln.

Eigenschaften:

  • Wird auf Rechnungen separat ausgewiesen

  • Ermöglicht eigene Auswertungen für Pfand-Ein- und -Ausgänge

  • Unterstützt Lagerverwaltung

Steuerliche Besonderheit: Pfand unterliegt in vielen Ländern besonderen steuerlichen Regelungen. Die separate Erfassung ermöglicht eine korrekte Verbuchung und Auswertung.

Anwendungsbeispiele:

  • Flaschenpfand

  • Kistenpfand

  • Mehrwegbecher-Pfand

  • Geschirr-Leihgebühr


Info

Info-Artikel dienen ausschließlich als Zusatzinformation auf Küchenbons und werden nicht auf Rechnungen gedruckt.

Eigenschaften:

  • Wird nur auf Bons gedruckt (z.B. Küchenbon)

  • Erscheint nicht auf der Kundenrechnung

  • Hat keinen Preis

  • Kann keine Artikeloptionen haben

  • Keine Lagerverwaltung

Anwendungsbeispiele:

  • „Bitte nicht salzen"

  • „Allergie: Nüsse"

  • „Für Tisch 7"

  • „Eilig!"

  • Zubereitungshinweise ohne Aufpreis

Für Zubereitungshinweise mit Aufpreis verwenden Sie stattdessen den Typ „Option".


Liefergebühr

Spezieller Artikeltyp für die Verrechnung von Lieferkosten bei Lieferdiensten.

Eigenschaften:

  • Erscheint auf Rechnungen

  • Wird automatisch bei Lieferbestellungen hinzugefügt

  • Keine Artikeloptionen

  • Keine Lagerverwaltung

Bei Verwendung von Lieferdiensten muss mindestens ein Artikel vom Typ „Liefergebühr" vorhanden sein, damit Lieferkosten korrekt verrechnet werden können.

Anwendungsbeispiele:

  • Standard-Liefergebühr

  • Express-Lieferung

  • Liefergebühr nach Entfernung (verschiedene Artikel für verschiedene Zonen)


bessa Karte

Spezieller Artikeltyp für das Laden und Entladen von bessa Gutscheinen und Guthabenkarten.

Eigenschaften:

  • Erscheint auf Rechnungen

  • Zum Aufladen und Einlösen von Guthaben

  • Keine Artikeloptionen

  • Keine Lagerverwaltung

Anwendungsbeispiele:

  • „Guthaben aufladen"

  • „Guthaben einlösen"

  • Geschenkkarten-Aktivierung

  • Rabattgutschein

  • Aktionsgutschein

Für bessa Karten gilt dieselbe umsatzsteuerliche Unterscheidung wie für Standard-Gutscheine — siehe Einzweck- vs. Mehrzweckgutschein.


Gutschein

Standard-Gutscheine, die von der Kassa verwaltet werden.

Eigenschaften:

  • Erscheint auf Rechnungen

  • Von der Kassa verwaltet und validiert

  • Verwendbar in allen verbundenen Filialen

  • Nicht für Online-Bestellungen verwendbar

  • Keine Artikeloptionen

  • Keine Lagerverwaltung

Unterschied zu bessa Karte: Während bessa Karten sowohl an der Kassa als auch Online kauf- und einlösbar sind, sind Standard-Gutscheine nur innerhalb des Standortnetzwerks der Kassa eingelöst werden können.

Anwendungsbeispiele:

  • Geschenkgutschein 50€

Einzweck- vs. Mehrzweckgutschein

Aus umsatzsteuerlicher Sicht (EU-MwSt-Systemrichtlinie, im österr. UStG § 3 Abs. 14–15 umgesetzt) sind beim Anlegen eines Gutschein-Artikels zwei Varianten zu unterscheiden:

  • Einzweckgutschein — Leistung/Produkt und Steuersatz stehen bei der Ausstellung bereits fest (z. B. „Frühstücksgutschein 12,90 €" für ein bestimmtes Lokal, 10 % USt für Speisen). Die Umsatzsteuer wird bereits beim Verkauf des Gutscheins fällig; auf dem Verkaufsbeleg wird sie mit dem zugewiesenen Steuersatz ausgewiesen.

  • Mehrzweckgutschein — die zu erbringende Leistung und/oder der Steuersatz stehen bei der Ausstellung noch nicht fest (z. B. „50 € Wertgutschein, einlösbar gegen Speisen und Getränke" mit unterschiedlichen Steuersätzen). Die Umsatzsteuer wird erst bei Einlösung gegen das konkrete Produkt fällig; der Verkauf des Gutscheins selbst ist nicht umsatzsteuerbar.

Konfiguration in bessa

Die fiskalische Behandlung in bessa wird über die Artikelgruppe gesteuert, in der der Gutschein-Artikel liegt — genauer: über den Steuersatz dieser Artikelgruppe.

  • Einzweckgutschein → in einer Artikelgruppe mit dem entsprechenden Steuersatz anlegen (z. B. „Gutscheine — Speisen 10 %").

  • Mehrzweckgutschein → in einer Artikelgruppe mit 0 % Steuer anlegen (z. B. „Gutscheine — Wertgutscheine 0 %").

Beim Verkauf wirkt sich der jeweilige Steuersatz automatisch auf den fiskalen Umsatzzähler aus: Mehrzweckgutscheine bleiben mit 0 % außerhalb der Umsatzbesteuerung, Einzweckgutscheine fließen unmittelbar mit dem zugewiesenen Satz ein.

Legen Sie für unterschiedliche Steuersätze separate Artikelgruppen an (z. B. „Gutscheine 10 %" für Speisen-Einzweckgutscheine, „Gutscheine 20 %" für Standard-Einzweckgutscheine, „Gutscheine 0 %" für Mehrzweck-Wertgutscheine). So bleiben die Auswertungen sauber getrennt und der Verkauf erfolgt einfach durch Buchen aus der richtigen Gruppe.

Die bei Modulaktivierung automatisch angelegte Artikelgruppe „Gutscheine" ist in der Standardkonfiguration eine 0 %-Gruppe und damit für Mehrzweckgutscheine vorgesehen. Prüfen Sie vor dem Verkauf von Einzweckgutscheinen, dass eine entsprechende Steuersatz-Gruppe existiert.

Details und Buchungsbeispiele siehe Rechnungen für Gutscheine und Begriff: Gutschein.

Niemals einen Mehrzweckgutschein manuell als regulären Artikel anlegen. Würde der Mehrzweckgutschein als gewöhnlicher Artikel ohne den Typ „Gutschein" geführt, würde er beim Verkauf direkt in den fiskalen Umsatzzähler einfließen — bei der späteren Einlösung gegen ein konkretes Produkt käme es zu einer doppelten Zählung im Umsatzzähler. Halten Sie zur konkreten Konfiguration in Ihrem Betrieb unbedingt Rücksprache mit Ihrem Steuerberater.


Lager

Spezielle Lagerartikel für die Rezepturverwaltung und Bestandsführung von Rohstoffen.

Eigenschaften:

  • Wird nicht auf Bons oder Rechnungen gedruckt

  • Wird nicht auf der Bonieroberfläche angezeigt

  • Dient ausschließlich der Erfassung von Lagerstandsveränderungen

  • Primär für Rezepturen und Artikeloptionen vom Typ „Lager"

  • Unterstützt Lagerverwaltung

Funktionsweise: Lagerartikel werden im Hintergrund mit Verkaufsartikeln verknüpft. Beim Verkauf des Hauptartikels wird automatisch die entsprechende Menge des Lagerartikels aus dem Bestand abgebucht.

Beispiel 1: Kaffee-Rezeptur

Sie möchten den Kaffeeverbrauch pro Tasse tracken:

Artikel

Typ

Mengeninhalt

Hauptartikel

Kaffee-Packung 1kg

Lager

1,0 kg

Espresso

Artikel

0,008 kg (8g)

Kaffee-Packung 1kg

Verlängerter

Artikel

0,008 kg (8g)

Kaffee-Packung 1kg

Cappuccino

Artikel

0,008 kg (8g)

Kaffee-Packung 1kg

Ergebnis: Beim Verkauf eines Espressos werden automatisch 8g aus dem Bestand der Kaffee-Packung abgezogen. Bei der Kaffee-Packung selbst ist die Lagerverwaltung aktiviert, bei den einzelnen Kaffeeportionen nicht.

Beispiel 2: Wein nach Gläsern

Artikel

Typ

Mengeninhalt

Hauptartikel

Weinflasche 0,75L

Lager

0,75 L

1/8 Wein

Artikel

0,125 L

Weinflasche 0,75L

1/4 Wein

Artikel

0,25 L

Weinflasche 0,75L

Ergebnis: Aus einer Flasche können exakt 6x 1/8 oder 3x 1/4 ausgeschenkt werden. Der Lagerbestand zeigt immer den aktuellen Flaschenbestand.

Beispiel 3: Cocktail-Rezeptur (Bacardi Cola)

Artikel

Typ

Mengeninhalt

Hauptartikel

Bacardi 0,7L

Lager

0,7 L

Portion Bacardi

Lager

0,04 L

Bacardi 0,7L

Cola 1L

Lager

1,0 L

Portion Cola

Lager

0,15 L

Cola 1L

Der Cocktail „Bacardi Cola" wird als normaler Artikel angelegt. Die Zutaten werden über Artikeloptionen vom Typ „Lager" verknüpft:

  • Portion Bacardi: 0,04 L pro Cocktail

  • Portion Cola: 0,15 L pro Cocktail

Beispiel 4: Burger mit Zutaten

Artikel

Typ

Mengeninhalt

Hauptartikel

Burger-Buns (10er Pack)

Lager

10 Stk

Burger-Bun

Lager

1 Stk

Burger-Buns (10er Pack)

Patties (20er Pack)

Lager

20 Stk

Pattie

Lager

1 Stk

Patties (20er Pack)

Salat 1kg

Lager

1,0 kg

Salatblatt

Lager

0,05 kg

Salat 1kg

Cheddar Scheiben (50er)

Lager

50 Stk

Cheddar Scheibe

Lager

1 Stk

Cheddar Scheiben (50er)

Der „Cheeseburger" als Artikel verbraucht durch eine Artikeloption vom Typ “Lager” pro Verkauf:

  • 1x Bun (Mengeninhalt: 1 Stück = 0,1 des 10er Packs)

  • 1x Pattie (Mengeninhalt: 1 Stück = 0,05 des 20er Packs)

  • 0,05 kg Salat

  • 1x Käse (Mengeninhalt: 1 Scheibe = 0,02 des 50er Packs)

Wichtig: Die Lagerverwaltung sollte nur beim Hauptartikel (Lagerartikel) aktiviert werden, nicht bei den einzelnen Verkaufsartikeln. Die Verkaufsartikel verweisen über die Hauptartikel-Verknüpfung auf den Lagerbestand.

Weitere Informationen zur Einrichtung finden Sie unter Lagerverwaltung bei Artikeln und Lagerverwaltung.


Artikeltyp ändern

Der Artikeltyp kann nachträglich geändert werden:

  1. Öffnen Sie den Artikel zur Bearbeitung

  2. Wählen Sie im Tab „Basisdaten" den neuen Typ aus der Combobox

  3. Speichern Sie den Artikel

Beim Ändern des Artikeltyps können bestimmte Einstellungen (z.B. Artikeloptionen bei Wechsel zu „Option") nicht mehr verfügbar sein und werden entfernt.


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