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Schanken

Schanken sind virtuelle Profile zur Konfiguration von Ausgabegeräten wie Schankanlagen, Kaffeemaschinen oder Ausgabeautomaten. Jedes Profil definiert die Zuordnungen von Artikeln, Betriebsmodus, Benutzern und Tischen für ein bestimmtes Ausgabegerät.

Um mit Schanken arbeiten zu können, ist eine entsprechende Lizenz erforderlich. Neue Schank-Profile können nur vom Support angelegt werden.

Übersicht

Der Begriff „Schank" bezieht sich nicht nur auf klassische Schankanlagen für Bier und andere Getränke. bessa unterstützt alle Ausgabegeräte, die eines der unterstützten Protokolle verwenden, darunter Kaffeevollautomaten, Cocktailmaschinen, Ausgabeautomaten und weitere dispensierende Geräte.

Die Hardwareanbindung (USB oder Netzwerk) sowie das Kommunikationsprotokoll werden direkt auf der Kassa konfiguriert. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Schankanlagen.

Konfigurationsbereiche

Die Schank-Konfiguration ist in vier Bereiche unterteilt: Schank, Artikel, Benutzer und Tische.

Schank

Im Bereich Schank definieren Sie die grundlegenden Einstellungen des Profils.

Name: Vergeben Sie einen aussagekräftigen Namen für das Schank-Profil, beispielsweise „Hauptschank Bar" oder „Kaffeemaschine Theke".

Modus: Der Betriebsmodus bestimmt, wie Buchungen zwischen Kassa und Ausgabegerät verarbeitet werden.

Modus

Beschreibung

Typische Anwendung

Kredit

Artikel werden erst nach Buchung auf der Kassa an der Schank freigegeben

Klassische Tischgastronomie: Der Kellner nimmt die Bestellung am Tisch auf, boniert an der Kassa und zapft anschließend an der Schank

Debit

Die Zapfung an der Schank löst automatisch eine Buchung auf der Kassa aus

Barbetrieb mit schnellem Durchsatz: Direktes Zapfen an der Schank ohne vorherige Kassenbuchung – ideal wenn Geschwindigkeit wichtiger ist als Vorbonierung

Kredit & Debit

Kombinierter Mischbetrieb aus beiden Modi

Flexible Gastronomiebetriebe: Kellner arbeiten im Kreditmodus für Tischbuchungen, während an der Bar im Debitmodus direkt gezapft wird

Empfehlung zur Moduswahl: Verwenden Sie den Kreditmodus für kontrollierte Arbeitsabläufe mit klarer Buchungsreihenfolge. Der Debitmodus eignet sich für schnelle Barbetriebe, wo Effizienz im Vordergrund steht. Der Mischbetrieb bietet maximale Flexibilität für Betriebe mit unterschiedlichen Servicebereichen.

Artikel

Im Bereich Artikel ordnen Sie die Kassenartikel den PLU-Nummern (Price Look-Up) der Schankanlage zu.

Grundlegende Zuordnung: Jeder Artikel aus dem Kassensystem wird einer entsprechenden PLU auf der Schank zugewiesen. Eine PLU steht dabei immer für eine fixe Portion, deren Größe an der Schankanlage eingestellt ist (z. B. 2 cl, 4 cl, 1/8 l, 1/4 l, 1/2 l). Die Kassa überträgt nur die PLU und die Anzahl ganzer Portionen — Teilmengen wie „0,1 l Soda“ kennt die Schnittstelle nicht.

Daraus folgt: Jede Portion, die ausgeschenkt wird, braucht an der Schankanlage eine eigene PLU und an der Kassa einen eigenen Artikel. Bier 1/4 l und Bier 1/2 l sind also zwei PLUs und zwei Artikel.

Mischgetränke

Für Mischgetränke wie Spritzer oder Radler gibt es zwei Wege:

Weg

Wann

Zuordnung im Schank-Profil

Mischgetränk an der Schankanlage

Die Schankanlage hat das Getränk selbst als eigene PLU programmiert und schenkt die Bestandteile intern aus

Nur der Verkaufsartikel (z. B. „Weißer Spritzer 1/4“) wird dieser PLU zugeordnet

Rezeptur an der Kassa

Die Schankanlage kennt nur die einzelnen Portionen

Jeder Bestandteil ist ein eigener Portionsartikel mit eigener PLU; der Verkaufsartikel erhält eine Rezeptur aus diesen Portionsartikeln

Bei der Rezeptur gibt die Kassa beim Bonieren jeden Bestandteil als eigene Portion an der Schank frei. Ein Bestandteil zählt dabei je verkauftem Getränk genau einmal — eine Rezeptur kennt keine Mengenangabe je Bestandteil. Die Portionsgröße steckt deshalb im Portionsartikel selbst: „Weißwein 1/8“ statt „Weißwein, Menge 0,125“.

Ordnen Sie entweder das Mischgetränk oder seine Bestandteile einer PLU zu, nie beides. Sonst gibt die Kassa das Getränk und zusätzlich jeden Bestandteil frei.

Beispiele für Rezepturen aus Portionen

Verkaufsartikel

Rezeptur aus Portionsartikeln

Mengeninhalt der Portionsartikel

Weißer Spritzer 1/4

Weißwein 1/8 + Soda 1/8

0,125 + 0,125

Weißer Spritzer 1/2

Weißwein 1/4 + Soda 1/4

0,25 + 0,25

Sommerspritzer 1/4

Weißwein 1/16 + Soda 3/16

0,0625 + 0,1875

Radler 1/2

Bier 1/4 + Zitronenlimonade 1/4

0,25 + 0,25

Rum-Cola

Rum 4 cl + Cola 0,2

0,04 + 0,2

Aperol Spritz

Aperol 6 cl + Prosecco 9 cl + Soda 3 cl

0,06 + 0,09 + 0,03

Für den großen Spritzer werden nicht zweimal Weißwein 1/8 und zweimal Soda 1/8 verwendet: Ein Artikel kann in einer Rezeptur nur einmal vorkommen. Die Schankanlage braucht dafür eine eigene 1/4-Portion Weißwein und eine 1/4-Portion Soda. Beim Sommerspritzer gilt dasselbe für 1/16 und 3/16 — existiert eine Portion an der Schankanlage nicht, lässt sich das Mischgetränk nur über eine eigene PLU an der Schankanlage abbilden.

Empfehlung zur Artikelstruktur: Definieren Sie Schankartikel in eigenen Artikelgruppen. Legen Sie die Portionsartikel als Artikel vom Typ Lager an, damit sie weder auf der Bonieroberfläche noch auf den Bons erscheinen — auf dem Bon steht nur das verkaufte Getränk. Für die Bestandsführung verknüpfen Sie jeden Portionsartikel über Hauptartikel und Mengeninhalt mit dem Gebinde, z. B. „Weißwein 1/8“ mit Mengeninhalt 0,125 am Hauptartikel „Weißwein 1 l“ mit Mengeninhalt 1. Siehe Artikel für die Lagerverwaltung einrichten.

Benutzer

Im Bereich Benutzer ordnen Sie den Kassenbenutzern die entsprechenden Benutzernummern der Schank zu.

Individuelle Zuordnung: Jeder Kassenbenutzer erhält eine eigene Benutzernummer auf der Schank. Dies ermöglicht eine genaue Zuordnung der Zapfvorgänge zu den einzelnen Mitarbeitern.

Gemeinsame Benutzernummer: In manchen Setups existiert nur ein Benutzer auf der Schank. In diesem Fall wird allen Kassenbenutzern dieselbe Benutzernummer zugeordnet.

Keine Zuordnung: Wird keinem Benutzer eine Nummer zugeordnet, sendet das System die Benutzernummer 0, sofern die Schankanlage dies unterstützt.

Tische

Im Bereich Tische ordnen Sie die Tische aus dem Kassensystem den Tischnummern der Schank zu.

Diese Zuordnung ist besonders bei komplexeren Schankanlagen relevant. Sie ermöglicht, dass der Kellner nur jene Getränke buchen kann, die auf den korrekten Tisch gebucht wurden.

Wird kein Tisch definiert, werden keine Tischinformationen an die Schank übertragen. Dies ist für einfache Setups ohne Tischzuordnung ausreichend.

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